Nachrichten

Endlich ist der Sommer da und jetzt gibt's auch wieder Nachrichten von Olivier….

Einen Abriss der geschichtlichen Entwicklung will ich euch ersparen, aber wir spüren doch alle, wie chaotisch die internationale Lage ist und daß die Strategie der Dschihadisten, ihre Konflikte in andere Kontinente zu exportieren, ein allgemeines Gefühl der Unsicherheit schafft, das sogar die Aufspaltung der Europäischen Union nach sich zieht; denn es ist ja vor allem der Zustrom von Migranten, der den Extremisten und Populisten ein so großes Gehör verschafft, daß die Briten den Austritt aus der Union beschlossen haben. Wobei ja keineswegs gesagt ist, daß sich damit etwas an der Weltlage ändert, in der die Ursachen für den massiven Strom von Flüchtlingen, die Bomben und Elend entkommen wollen, zu finden ist. Und genau da liegt das Paradox! Eine kohärentere und wirksamere europäische Nahostpolitik hätte meiner Meinung nach den Schaden begrenzen können. Ein Austritt aus der Union oder der Versuch, sie auseinander zu nehmen, bringt da gar nichts. Nichts und niemand ist in der Lage, gut organisierte Verrückte daran zu hindern, bei uns Panik zu verbreiten!! Aber zum Thema Brexit habe ich mich ja bereits zweimal geäußert, einmal vor (1) und einmal nach (2) der Abstimmung der Briten.

Kommen wir also zurück zur Tradition dieses Newsletters, mit dem ich mich bei allen bedanken möchte, die ich auf meinen Wegen getroffen habe, das seid ihr; einmal mehr ist mir wichtig, meine Begegnungen, Entscheidungen und Fehlschläge mit euch zu teilen oder eigentlich vielmehr das, was ich aus den Dingen gelernt habe, die nicht so funktioniert haben, wie ich es gerne gehabt hätte. Samuel Becket hat gesagt: «Ever tried, ever failed, no matter. Try again, fail again, fail better»! Großartig!

Die erste Hälfte des Jahres 2016 hatte ich viel zu tun; in meinem letzten Newsletter hatte ich ja angekündigt, dass ich versuchen wollte, mich auf die Aktivitäten zu konzentrieren, in denen ich meinen «sweet spot» finde; damit meine ich das Zusammentreffen dessen, was ich gerne tue, was ich tun kann und womit ich helfe, einen vorhandenen Bedarf zu decken. Insofern habe ich mich in Belgien im Rahmen verschiedener Organisationen darauf konzentriert, Menschen zu unterstützen, die sich über unternehmerische Projekte (im weiteren Sinne, "ich gründe meine GoE» ist auch ein Unternehmen) aus der Prekarität befreien wollen. Es geht mir darum, über mein Netz an Kontakten Menschen, also euch, und Initiativen miteinander zu verbinden und daraus etwas entstehen zu lassen!!:-) :-) :-). Für eure Unterstützung und euer Wohlwollen werde ich euch nie genug danken können!!

Ja, und was habe ich nun damit gemacht? :-) :-) :-)

Beginnen wir mit microStart (http://microstart.be/); das Unternehmen ist nach wie vor der Schwerpunkt meiner Arbeit und entwickelt sich bemerkenswert gut. Fünf Jahre nach dem Start aus dem Nichts ist microStart aus der belgischen Landschaft nicht mehr wegzudenken: die Woche des Mikrokredits, in die wir Hefboom (http://hefboom.be/) einbezogen haben, fand unter der Schirmherrschaft von Belgiens Königin Mathilde statt, die die Veranstaltung in Lüttich eröffnete, während die europäische Kommissarin für Beschäftigung, Marianne Thyssen, den Startschuss für die Woche in Antwerpen gab - diese beiden Beispiele zeugen von der großen Anerkennung unserer Arbeit. Ein solches Profil fördert wiederum neue Partnerschaften und zieht neue ehrenamtliche Mitarbeiter an, die dann ihrerseits die Wirkung von microStart verstärken. Die harmonische Zusammenarbeit zwischen dem fest angestellten Team vor allem junger hochmotivierter und sehr gut ausgebildeter Leute (etwa 25) und den heute ungefähr 150 Ehrenamtlichen in ganz Belgien ist eine spannende Herausforderung.

Ein weiteres Projekt, das mich sehr beschäftigt hat, ist die Genossenschaftsbank NewB (https://www.newb.coop/). Angesichts des gegenwärtigen Umfelds im Bereich Banken und Finanz mit der gleichnamigen Krise, negativen Zinsen und dazu noch Brexit - um nur einige dieser Fakoren zu nennen - mag das Vorhaben der Gründung einer ethischen Bank schon sehr gewagt erscheinen. Trotzdem ist es 2016 gelungen, einige Etappenziele zu erreichen, zuletzt in Form einer ersten Zusammenarbeit mit einem französischen Versicherungsunternehmen auf Gegenseitigkeit, der Monceau-Gruppe, die 10 Millionen € in das Projekt eingebracht hat (https://www.newb.coop/fr/actua/monceau-apportera-dix-millions-de-capital-et-son-expertise-en-assurances/millions-de-capital-et-son-expertise-en-assurances/). Der Weg ist noch lang und steinig, aber die Genossenschafter haben bestätigt, dass sie sich weiter für die Schaffung einer ethischen Bank einsetzen wollen, die der Gesellschaft und nicht nur den Interessen der Aktionäre dient. Also betreiben wir dieses Ziel weiterhin mit neuer Energie.

Die Arbeit des European Money Market Institute (http://www.emmi-benchmarks.eu/euribor-org/about-euribor.html/) und vor allem des Teams, das die Aufgabe der Entwicklung der Benchmarks Euribor und Eonia übernommen hat, wurde mit großer Intensität fortgesetzt. Die Mitglieder des Steering Committee, zu denen ich gehöre, haben auch keine Mühe gescheut, um dieses komplexe und für die finanzielle Stabilität wichtige Projekt weiter zu bringen. Mehr Instabilität brauchen wir jetzt wirklich nicht…

Im zweiten Quartal habe ich auf Wunsch von Ashoka Belgique (http://belgium.ashoka.org/) gern an der Begleitung des Projekts eines Stiftungs-Business Plans teilgenommen, der von Funds for Good gestartet wurde (http://www.fundsforgood.eu/#!/impact/home/) und sich Generation for Good nennt. Die von drei Finanzunternehmern getroffene Entscheidung, einen beträchtlichen Teil ihres Einkommens für Ehrendarlehen an Erstunternehmer zur Verfügung zu stellen und ihnen damit den Zugang zu einem Mikrokredit zu erleichtern, ist absolut bemerkenswert und knüpft an die eigentliche gesellschaftliche Rolle von Unternehmen und Unternehmern an. Respekt!

Dann habe ich mich PLS (http://www.pourlasolidarite.eu/) angeschlossen, um im Hennegau Mentoren zu rekrutieren, die bereit sind, junge Leute zu begleiten, die trotz Berufsabschluss keine Arbeit finden (http://www.pourlasolidarite.eu/fr/project/mentor-u-osons-le-parrainage/). Es ist eine noble und mühsame Aufgabe für die Organisatoren, die mit viel Geschick zwischen den ehrenamtlichen Mitarbeitern und den Beamten der regionalen Verwaltungen jonglieren! Ihnen gebührt Dank für ihre Arbeit, und das gilt auch für alle, die sich zur Mithilfe entschlossen haben.

Toolbox erweist mir weiterhin die Ehre, mir spannende Aufgaben anzuvertrauen; zuletzt ging es um eine große Einrichtung im Zentrum Brüssels, die sich um benachteiligte Kinder kümmert. (https://www.toolbox.be/en/).

Ein weiteres erfolgreiches Projekt ist APO.G, der Verband für die Organisation und Leitung in Unternehmen (http://apog.be/qui-sommes-nous/). APO.G entstand als Ergebnis einer kollektiven Entscheidung und wurde in der Praxis von einem Team umgesetzt, das sich von unserem gemeinsamen Ziel leiten ließ: gemeinsam lernen und über Ideen sowie Vorgehensweisen diskutieren, die uns bei unseren unternehmerischen und beruflichen Tätigkeiten inspirieren und sie verbessern können. Seither ist ein Jahr vergangen, und das Ergebnis übersteigt meine Erwartungen. Unsere Gruppe ist noch enger zusammengewachsen und zu einem fantastischen Team geworden! Ganz herzlichen Dank an das Stammteam für diese super Arbeit! Wir sind bereits 20, lang lebe APO.G!!

Weniger erfolgreich ist dagegen leider unser Projekt Cross-The-Bridge (http://www.cross-the-bridge.be/), obwohl mehrere von euch mit Engagement und Einsatz dabei sind. Wir werden nicht darum herum kommen, die Initiative zu überdenken und unseren Ansatz neu zu bewerten, aber ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass eine Initiative dieser Art gebraucht wird!

Dann bleiben noch Projekte wie Emergency (http://www.emergencybe.org/), das   sich in Belgien sehr gut entwickelt, und Alumni Europae (http://www.alumnieuropae.org/ ), das meinen Werten voll und ganz entspricht, und wir wissen ja, wie wichtig es gerade in diesen schlimmen Zeiten ist, im Einklang mit seinen Werten zu leben. Wir arbeiten nur mit Ehrenamtlichen, und entsprechend langsam vollzieht sich die Entwicklung, aber wir haben immerhin schon über 2300 eingetragene Mitglieder, die auf den sozialen Netzen, Facebook und LinkedIn sehr aktiv sind. Hier findet ihr unseren letzten Newsletter: http://us11.campaign-archive2.com/?u=6062ecfe61eb57a84f1736fb0&id=a7238526e7&e=593b68ec1b.

Zum Schluss noch ein Wort zum Singen im Chor, bei der Chorale des Optimistes, wo mich jede Probe mit einer ganz unglaublichen Energie erfüllt. Unser Chorleiter beflügelt uns alle durch seine große Begeisterung für die Musik und endlose Geduld mit uns. Kommt doch einfach auch mal und singt mit, es tut so unheimlich gut!! http://www.liguedesoptimistes.be/home.php?page=musique/
Infos gibt euch gern auch Barbara, meine Frau, die sich um das Organisatorische im Chor kümmert This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it. .

A propos Barbara, sie unterstützt alle Konsequenzen meiner Umtriebigkeit mit stoischer Ruhe und hilft mir jeweils, so gut sie kann, mich so glücklich wie möglich zu machen. Vor gut vier Jahren hat sie einen Geschäftsführer geheiratet, der mit seiner Arbeitswelt nicht immer zufrieden, dafür aber großzügig bezahlt war; jetzt lebt sie seit drei Jahren mit einem Ehrenamtler.....der im Großen und Ganzen glücklich ist :-) :-) :-).

Das Bild wäre unvollständig, wenn ich nicht noch unser Haus in der Dordogne erwähnen würde, wo ich diese Zeilen schreibe und wo wir gerade zwei neue Mitglieder aufgenommen haben, Charles und seine Partnerin Valentina (siehe mein letzter Newsletter). Wir verbringen im Moment unseren ersten Sommer zusammen in der neuen Gruppe und entdecken einander, eine immer anspruchsvolle, spannende und bereichernde menschliche und kollektive Erfahrung. Und das an einem wunderbaren Ort, wie diejenigen bezeugen können, die uns in den letzten fast 20 Jahren hier besucht haben!!

Nochmals danke euch allen und bis ganz bald!
Olivier, Juli/August 2016

(1) http://www.essca.fr/EU-Asia/brexing-news-13-le-brexit-un-choc-salutaire/
(2) http://alumni-blog.eu/brexit-juillet/#de
(3)Frühere Newsletter http://www.brissaud.info/more
(4) Profil LinkedIn be.linkedin.com/pub/olivier-brissaud/0/923/3a9/

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